DotM: Das EAmperium schlägt zurück!

von Thomas Hinsberger, Sonntag, 12.05.2013, 11:00 Uhr

Sommer, Sonne, fröhlich sein – zumindest im Norden der Republik war das in den letzten Tagen angesagt. Doch haben wir als Star Wars Fans wirklich Grund, fröhlich zu sein? Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr gibt es Neuigkeiten das Star Wars Franchise betreffend, welche gut, aber auch schlecht gesehen werden können. EA hat von Disney die exklusiven Rechte für Star Wars Spiele bekommen. Natürlich ein Thema, über das man mal reden sollte!

Und da wir ungern einfach nur vor uns hin brabbeln, wollen wir dieses Thema mit euch besprechen. In dieser Ausgabe unserer Discussion of the Month wollen wir die Fürs und Widers der Lizenzvergabe mit euch besprechen und natürlich eine gehörige Portion Meinung von euch haben. Also: Lest euch unsere Standpunkte durch und sagt uns in den Kommentaren oder im Forum, was ihr davon haltet!

Wir erinnern uns: Adé LucasArts

Mit einem immer noch weinenden Herz erinnern wir uns an die Schließung von LucasArts, der Spieleschmiede, die dem älteren Semester unter uns die Kindheit versüßt haben dürfte. Neben Legenden wie Monkey Island, Day of the Tentacle oder auch Sam'n'Max hat LucasArts vor allem eins gemacht: Star Wars Spiele! Ob X-Wing, Tie Fighter oder die Jedi Knights Spiele, alles kam aus den Studios von LucasArts. Und nachdem Disney das Imperium von George Lucas kaufte und diesen Publisher und Entwickler schloss, liegt die Lizenz nun eigentlich brach.

Dazu muss man aber auch ehrlich sagen, dass in den letzten Jahren kaum noch gute Spiele von LucasArts kamen und man auf jeden Fall nicht mehr so kreativ war. Daher könnte man die Schließung von LucasArts durchaus nachvollziehen und für einige Optimisten war klar: Nun ist der Weg offen für etwas Neues. Es wurde davon geträumt, dass die Lucas-Lizenzen nun an einzelne Entwickler gegeben würden, welche mit tollen Ideen überzeugen könnten.

Dem hat Disney nun zumindest für Star Wars einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn diese Lizenz im Bereich Core-Gaming (PC, Konsolen und Handhelds) liegt nun voll und ganz in den Händen von Electronic Arts. Und das der Spiele-Gigant nicht gerade dafür berühmt ist, kleinen Entwicklern die große Chance zu geben, ist weithin bekannt.

EA – Die Vorteile

Aber ganz so schwarz müssen wir das Thema nun auch nicht sehen. EA bringt jedes Jahr sehr viele Spiele auf den Markt und eine nicht geringe Zahl davon kann schon überzeugen. Und damit wir gleich auch wissen, wovon wir reden müssen, hat EA freundlicherweise eine Liste der Entwicklerstudios genannt, welche nun an die Star Wars Lizenz ran dürfen.

Da wäre zunächst DICE, vielen vermutlich durch die Battlefield-Reihe bekannt. Und eins muss man den Jungs lassen: Shooter können sie. Wer also auf einen neuen Shooter im Star Wars Universum wartet und dabei vielleicht sogar ein Auge auf einen guten Multiplayerteil wirft, könnte hier durchaus fündig werden. Aber auch Mirror's Edge ist von DICE, also kann man durchaus auch mehr von diesem Studio erwarten, als effekthaschende Multiplayer-Gemetzel. Daneben gibt es dann auch noch eine Reihe von Rennspielen von DICE, wobei uns hier akut nur ein neues Podracer-Spiel einfallen würde.

Dann hätten wir da Visceral Games, welche vor allem durch Dead Space bekannt wurden. Das Survival-Horror-SciFi-Spiel hat eingeschlagen wie eine Bombe und ist auch in der dritten Auflage durchaus beliebt. Hier würden wir z.B. ein Star Wars 1313 gut aufgehoben wissen. Dass auch Visceral mehr als Dead Space kann, haben sie eindrücklich mit Dantes Inferno belegt, so dass auch hier mehr drin ist, als auf den ersten Blick erkennbar.

Als dritter Entwickler im Bunde kommt dann einer, den wir auf dieser Seite natürlich eigentlich nicht aufzählen müssen: Bioware. Auch die Jungs aus Austin/Edmonton/Montreal dürfen ihr Portfolio im Star Wars Universum ausweiten, und wer denkt da nicht sofort an ein KotoR 3? Vor noch nicht einmal 5 Jahren hätten wir jetzt geschrieben: Alles, was Rollenspiele angeht, ist hier in guten Händen, aber leider konnte Bioware in den letzten Jahren nicht immer glänzen. Dragon Age 2 war eher eine trübe Fortsetzung, Mass Effect 3 hingegen wieder ein tolles Spiel (auch wenn das Ende nicht jedem gefallen hat). SWTOR lassen wir hier als Fanseite mal außen vor, denn wenn wir das Spiel nicht richtig gut finden würden, wären wir wohl nicht hier :) Abschließend vergessen wir nicht, dass Bioware aktuell auch mit der Fertigstellung eines neuen Command & Conquer befasst ist, also könnte hier auch ein Empire at War oder ähnliches unterkommen.

Klar ist also: EA hat Studios, welche deftig Erfahrung haben. EA hat Engines (z.B. die Frostbite Engine), die es in sich haben. Und EA kann gute Spiele. Alle drei Studios, die nun zunächst an das Franchise Star Wars dürfen, haben das Potential richtige Kracher auf den Markt zu werfen.

EA – Die Nachteile

Aber EA hat auch Schattenseiten – sogar einige. Um hier nicht ins Klein-Klein zu verfallen, über SimCity und Co. zu schwadronieren etc. möchten wir etwas oberflächlicher bleiben und nur drei große Themenkomplexe ansprechen:

Zunächst ein Problem, welches eigentlich auch gleich mit den drei Studios weiter oben zusammenhängt. EA ist so groß und die Entwickler schon so lange in ihren Teams, dass es teils massiv an Innovationen mangelt. Das, was sich einige vom Lizenzsystem Disneys versprochen haben, wird hier nicht eintreten können: total innovative, neue Spiele von jungen und frischen Entwicklern. EA wird dieses Flagschiff der Lizenzen so austeilen, dass die Spiele ein relativ sicherer Erfolg werden, auch wenn sie "nur" ein Battlefield-Klon mit Laserstrahlen statt Projektilen, AT-ATs statt Panzern und Tie Fightern statt Düsenjets werden sollten. Die Spiele von EA können gut werden, keine Frage. Aber ob sie wirklich herausragend werden, das kann man schon bezweifeln.

Ein zweiter Punkt, den man an EA global kritisieren kann, ist ihre DLC- und Mikrotransaktions-Politik. Wenn Spiele ausgeliefert werden und schon am Releasetag ein kostenpflichtiger Zusatzinhalt bereit steht, dann fragt man sich manchmal schon, ob das Spiel nun häppchenweise und unvollständig verkauft wird. Mikrotransaktionen können in manchen Spielen richtig Sinn und teilweise sogar Spaß bringen, die Zukunft hier sieht aber eher nach einem weiteren "Du hast das Spiel gekauft, aber damit ist es noch lange nicht bezahlt"-Moment aus. Wir hoffen, dass EA es hier in den Star Wars Spielen nicht übertreibt, bei anderen Titeln von Bioware z.B. hat man sich ja auch einigermaßen zurückgehalten.

Der dritte Punkt ist die Auswahl der drei Studios, denn deren bisheriges Portfolio schließt zumindest einen Bereich der Star Wars Spiele aus, der bisher immer für großartige Titel gesorgt hat. Nämlich die Weltraumsimulationen. Shooter -Check! Rollenspiel – Check! Story-Shooter – Check! Sogar Rennspiele – Check! Weltraumsim? Nope! Und das finde ich (MrJones) sehr, sehr schade. Denn gerade in Zeiten, wo z.B. World of Warplanes oder WarThunder mit Flug"Simulationen" richtig gehyped werden, könnte doch endlich mal wieder ein solcher Versuch unternommen werden, oder? Ein zweites Genre, von dem sich erst noch zeigen muss, wie gut es abgedeckt ist, ist das der Strategiespiele. Denn ja, Bioware arbeitet an C&C, aber keiner weiß, wie gut es wird. Daher versehen wir auch die Strategiespiele mit einem Fragezeichen.

Eure Meinung?

Tja, jetzt kennt ihr unsere Pro- und Contra-Punkte zur Übernahme der Star Wars Lizenz durch EA. Und was haltet ihr davon? Ist EA für euch das große Übel, oder gehört ihr zu den Spielern, die jedes Spiel einzeln bewerten und sich somit einfach überraschen lassen? Oder freut ihr euch einfach darauf, dass nun hochwertige neue Star Wars Spiele produziert werden? Sagt uns eure Meinung im Forum oder den Kommentaren.

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