DotM: Shadow of Revan – Warum? Darum!

von Eric Bader, Samstag, 29.11.2014, 17:00 Uhr

Als feststand, dass sich die nächste, große Erweiterung für Star Wars: The old Republic rund um den gefallenen und wiederaufgestiegenen Helden Revan handeln sollte, gab es neben enormer Begeisterung auch so manches Murren in der Fangemeinde. Einige glaubten, Revan habe ausgedient. Die Geschichte um einen gefallenen Helden, der letztlich zur ultimativen Machtinstanz aufgestiegen ist, um die Republik doch noch vor dem Untergang zu bewahren.

Die Geschichte eines solchen Helden scheint schnell erzählt zu sein, erinnert an den Niedergang und die Rückkehr zur hellen Seite des Anakin Skywalker. In dieser Kolumne möchte ich versuchen, herauszufinden, warum es sich aber vielleicht doch lohnt, Revan wieder in das Rampenlicht von SWTOR zu stellen. Dabei möchte ich zunächst betonen, dass die Biographie Revans in besonderer Weise betrachtet wird und dadurch eventuelle Spoiler auftreten können, die die Spiele Knights of the Old Republic I und II, Star Wars: The old Republic oder die TOR-Romane wie „Revan“ von Drew Karpyshyn betreffen.

All das Gute, das ich getan habe, kann das Böse, das dem vorausging, nicht aufwiegen.

"Das war erst der Anfang."
Zu Beginn gibt es natürlich einen Hauptgrund, weshalb es wichtig und richtig ist, Revan wieder ins Spiel zu bringen: seine Geschichte ist noch nicht zu Ende. Es mag trivial klingen, trifft aber doch den Kern der Sache. Über 300 Jahre lang war er ein Gefangener des Imperators und wurde im Anschluss von der Republik aus dem Maelstrom-Gefängnis befreit. Und dann ließ der Rat der Jedi ihn gehen, denn sie wussten, dass er den Imperator aufhalten konnte. Nachdem Revan sich der Fabrik zu Eigen machte und von einem Trupp imperialer Streitkräfte von seinem Plan, eine endlose Armee von Vernichtungsdroiden aufzustellen, aufgehalten worden war, blieb es ruhig um den einstigen Helden. Denn dass man ihn in dem Flashpoint „Die Fabrik“ nicht tötete, war von Anfang an klar. Zum Einen, weil es eines Revans unwürdig war und zum Anderen, weil es auch allen Spielern gegenüber unfair gewesen wäre, die ihn über KotOR hinweg begleiteten. Es bedarf also eines fulminanten Finales, das man hoffentlich in der nächsten Erweiterung, mit dem großen Patch 3.0, finden wird.

"Ich war Sith. Ich bin Jedi."
Ein weiterer Grund ist der Charakter selbst. Revan hatte schon immer Charisma. Er war die Figur, die man in KotOR spielen und leiten durfte. Man erlebte seinen Werdegang nach seiner Wiedergeburt interaktiv und konnte sich mit ihm identifizieren. Er hatte auch weitaus mehr Freiraum, was seinen Charakter anbelangte, als andere Jedi. Er sprengte den Rahmen des Jedi-Kodex, sozusagen, was es natürlich für die Spieler hinter dem Bildschirm einfacher machte, sich in ihn hineinzuversetzen. Er konnte lieben, er konnte retten, er konnte töten – diese Handlungsfreiheit ist natürlich weitaus attraktiver als sturer Jedi-Einheitsbrei.

Außerdem war Revan mächtig. Es versteht sich von selbst, dass Revan über die Grenzen von Jedi und Sith hinausgegangen war, da er beide Spektren erfassen konnte. Er war Jedi, er war Sith und lernte die unterschiedlichsten Meister und Sith-Lords kennen. Bereits in frühen Jahren zeigte er taktisches Geschick im Krieg und konnte durch sein Charisma eine eigene Gefolgschaft aufstellen, die als Revanchisten gegen die Mandalorianer in den Krieg mit ihm als Heerführer zogen. Als er später von Imperator Vitiate zur dunklen Seite getrieben wurde, konnte er sich letztlich von ihm abwenden, um die Sternenschmiede und Darth Malak zu vernichten und verdiente sich dadurch die höchste Auszeichnung der alten Republik – das Ruhmeskreuz.

Ich tue das nicht für die Republik. Ich tue es auch nicht für dich. Ich tue es nicht einmal für mich. Ich tue es für unser Kind – und für die Kinder unseres Kindes.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Es gibt noch einen anderen Grund, den einige – so vermute ich – eher weniger in ihren Fokus gerückt haben: die Nachfahren des Revan. Denn es ist in der Tat so, dass Revans „Handlungsfreiheiten“, von denen ich vorhin sprach, die Liebe zu seiner Frau mit einschließen. Bastila Shan rettete ihn von der dunklen Seite und Revan konnte im Gegenzug auch sie retten, als sie beinahe der dunklen Seite verfiel. Die Kraft der Liebe scheint sogar in Star Wars stärker zu sein als die Macht selbst (auch wenn es bei unserem Ani wohl nicht so gut funktioniert hat). Aus ihrer Liebe entstand Vaner Shan, welcher nicht machtempfindlich war und statt ein Jedi wie seine in der Macht wiederum starken Eltern wurde, sondern Politiker. Dieser spezielle Umstand der Machtempfänglichkeit wiederholte sich einige Generationen später mit Theron Shan. Moment! Theron Shan? Ja, genau dieser, den wir im Spiel über die Geschmiedete Allianzen-Storyline kennengelernt haben. Er ist ebenfalls ein Nachfahre Revan und der geheime Sohn von Satele Shan. In der Tat, auch sie ist uns bereits bekannt als hohes Ratsmitglied des Jedi-Ordens. Sie ist eine der Leitfiguren des Spiels und trat überall in Erscheinung.

Ihr erkennt vermutlich spätestens jetzt, warum ich diese Ahnenlinie als weiteren Grund nenne. Die Konfrontation zwischen Satele Shan, Theron Shan und Revan ist eine ungemein spannende. Wie wir dem Trailer zur Erweiterung entnehmen können, verbünden sich das Sith-Imperium und die Republik, um Revan aufzuhalten. Neben Lana Beniko und anderen werden also zwei Nachfahren des legendären Revan Seite an Seite mit ihren eigentlichen Rivalen kämpfen, um gegen ihren Ur-ur-ur-…-Großvater anzutreten. Ich hoffe nur, dass man auf einen Abklatsch der „Ich bin dein Vater“-Phrase verzichten wird.

Der tragische Held.
Aber bleiben wir ernst bei der Sache. Die Geschichte des Revan hatte viele Wendungen. Er ist tatsächlich eine tragische Figur, da er über all die Jahre hinweg soviel durchleben musste. Er erlebte die Macht als eine unendliche Instanz jenseits von Licht und Schatten. Er war ein Krieger, ein Jedi, ein Anführer, ein treuer Freund. Er war Sith, Verräter, Mörder. Er war Ehemann und Vater. Er war ein Gefanger und Gefallener. In den Kerkern des Maelstrom Gefängnis kämpfte er 300 Jahre lang gegen den Geist des Imperators an. Und das, obwohl er alles verlor. Er verlor seine treuesten Gefährten, verlor den Kampf gegen das ultimative Böse selbst, das er so sehr zu bezwingen versuchte. Er wurde verraten und war ein gebrochener Mann. Sein Kind hatte er abgesehen von einer Holonachricht selbst nie zu Gesicht bekommen.

Verzeiht diese langen Ausführungen, doch sie sollen Empathie in jeden wecken. Denn wer den Leidensweg Revans versteht, kann seine Geschichte in SWTOR noch stärker aufsaugen und selbst epischer gestalten. Sie wird ein Ende finden und es muss großartig sein. Die Entwickler kennen ihren Charakter nur zu gut und werden mit Patch 3.0 gleich mehrere Flashpoints und Operationen liefern, um die geschmiedete Allianz gegen die Revaniter antreten zu lassen. Doch wie wird diese Schlacht enden? Gewiss mit dem Ende Revans, doch wie soll dies aussehen? Wird er in einem epischen Kampf gegen einen Trupp Imperialer oder Republikaner… oder gar beider Parteien… fallen, sterben? Wird er in die Macht übergehen und seinen Frieden finden? Werden Satele und Theron Shan vor dem finalen Stoß Worte an einen ihrer berühmtesten Ahnen richten? Wird er womöglich gar nicht sterben, sondern besänftigt und gereinigt werden? Noch kann nur darüber spekuliert werden, aber es sei gesagt, dass uns ein bombastisches Finale erwarten wird. Und Revan als Hauptfigur ist für den kommenden Patch mehr als nur gut gewählt. Die 3.0 soll diesem Charakter, den man so lange begleitet hat, einen würdigen Abschluss bringen.

Ich habe euch hier nur einige Gründe genannt, die für mich die wichtigsten waren, warum nun Revan doch keine schlechte Wahl ist. Warum es wichtig, notwendig und gut ist, weshalb man ihm eine ganze Erweiterung spendiert. Ich hoffe, euch davon überzeugt haben zu können, ihn als einen Charakter mit enorm viel Tiefe zu sehen. Es gibt sicherlich noch einige Gründe mehr und ich bin persönlich sehr gespannt auf das, was uns bevorsteht.

Ich will leben. Mehr noch, ich will die Galaxis ein für alle Mal von seinem Übel befreien. Ich erkenne jedoch, dass selbst die Niederlage Sieg bringen kann. Selbst wenn wir fallen, werden wir Zeit gewinnen. Vielleicht ein paar Jahre. Wahrscheinlicher sogar ein paar Jahrzehnte.

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