DotM: Spielerhass und Hexenjagd auf Entwickler – Gehts noch, Leute?

von Olaf Schmitt, Sonntag, 24.05.2015, 11:00 Uhr

Kaum eine Spielemeldung hat mich persönlich in diesem Jahr so schockiert, wie unser Bericht über die Hexenjagd auf SWTOR-Entwickler John Jarynowski, der es doch tatsächlich gewagt hatte seine Meinung zum derzeitigen Stand der Marodeure und Wächter kundzutun.

Einigen "Spielern", wobei ich dieses Wort absichtlich in Anführungszeichen setze, denn ich bin Gamer und will nicht mit solchen Individuen in einen Topf geworfen werden, gefiel anscheinend nicht, was sie da über "ihre" Klasse lesen mussten. Es folgten Beleidigungen und Bedrohungen gegen Jarynowski im Forum, doch für manche "Spieler" war dies anscheinend noch nicht genug.

Schnell waren private Accounts des Entwicklers ausfindig gemacht und dort ging die Hexenjagd dann gleich munter weiter. Was dann folgte ist an Dummheit und Dreistigkeit nicht zu überbieten, denn einige User machten sich anscheinend einen Spaß daraus auch Familienmitglieder von Jarynowski zu belästigen.

An diesem Punkt musste ich mich dann fragen:

"Wirklich? Gehts noch, Leute?".

Leider handelt es sich hierbei aber um keinen Einzelfall. Ich erinnere mich noch an die Indie-Entwicklerin Brianna Wu aus Boston, die unter Polizeischutz gestellt werden musste, nachdem aufgebrachte "Spieler" ihre Privatadresse veröffentlicht hatten und ihr mit Mord drohten.

Auch das Wort "Gamergate" dürfte sicherlich bei dem einen oder anderen von euch noch gegenwärtig sein. Hier erlaubten es sich doch tatsächlich einige Frauen aus der Videospiele-Branche anzuprangern, dass das Bild der Frau in vielen Spieler sehr sexistisch dargestellt wird. Was folgte waren die üblichen Beleidigungen auf Twitter und anderen Social Media-Kanälen, in einigen Blogs wurden sogar offene Morddrohungen ausgesprochen.

Hierbei handelt es sich nur um zwei weitere Beispiele von Spielerhass, ich könnte hier auch noch weitere Geschehnisse aus der Vergangenheit anführen, die mir mehr als sauer aufgestoßen sind. Doch woher kommt dieser Hass, der sogar nicht vor Morddrohungen halt macht?

Schauen wir doch zuerst mal, woher Hass eigentlich wirklich rührt. Passenderweise möchte ich an dieser Stelle den weisen Meister Yoda zu Wort kommen lassen:

"Angst ist der Pfad zur dunklen Seite der Macht. Angst für zu Wut. Wut führt zu Hass. Hass führt zu Leiden."

Doch wovor haben diese Spieler Angst?

Nun ja, offensichtlich haben sie Angst davor, dass man ihnen etwas wegnimmt. Für den obigen SWTOR-Fall würde dies bedeuten, dass die Spieler Angst davor haben, dass ihre Klasse gegenüber anderen Klassen "schlechter dastehen", oder sogar vernachlässigt sein könnte. Wenn es sich dann einer der Entwickler auch noch öffentlich erlaubt eine andere Meinung zu vertreten, dann ist natürlich das sprichwörtliche Kraut fett.

Was wird die Konsequenz daraus sein?

Zum einen könnte es natürlich dazu kommen, dass die Kommunikation zwischen den Entwicklern und Spielern zum Erliegen kommt. Dies drohte CM Eric Musco dann auch in einer Reaktion auf die Geschehnisse an, wenn es weitere solcher Vorfälle geben sollte. Zum anderen könnten Entwickler der Branche einfach den Rücken kehren, weil es das Ganze einfach nicht wert ist. Gerade wenn die Familie >mit hineingezogen wird, hört einfach der Spaß auf.

Was wir dagegen tun können?

Zum Glück handelt es sich bei diesen Usern nur um eine Minderheit in der Community, denn der Großteil der Gamer will doch einfach nur Spaß in seinem Lieblingsspiel haben. Somit sind wir eigentlich in der Überzahl, doch müssen wir das auch in den Foren zeigen, wenn es wieder zu solchen Vorfällen kommen sollte. Generell kann man in einer Community versuchen ein positives Klima zu schaffen, was sich dann auch positiv auf alle Spieler auswirkt. Solltet ihr solche Fälle gar in eurer Gilde, Sippe, Clan oder sonstigen Gemeinschaft haben, dann gilt es hier natürlich Zivilcourage zu zeigen und diesen Leute deutlich zu machen, dass es so nicht geht.

Dies alles soll jedoch nicht heißen, dass wir alle Entscheidungen der Entwickler einfach hinnehmen müssen. Konstruktive Kritik ist bei allen Entwicklern immer gerne gesehen, wobei hier das Wort "konstruktiv" im Vordergrund stehen sollte. Dann wird es sicherlich auch eine produktive Kommunikation zwischen Entwicklern und Spielern geben, die zu einem positiven Ergebnis für alle führt.

Just my two cents!

Euer Aenima

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