Star Wars Anthology: Rogue One – Das düsterste Star Wars aller Zeiten

Gareth Edwards wird als neue große Hoffnung Hollywoods gehandelt. Als kreative Melange aus Steven Spielberg und J.J. Abrams soll er mit „Star Wars Anthology: Rogue One“ die düstere Seite des Krieg der Sterne rausarbeiten. Soll Schlachten inszenieren, die nicht nur durch Effekte, sondern vor allem Charakterstärke und Menschlichkeit auftrumpfen. Das kann Edwards. Er ist wohl der einzige Regisseur, der sich trauen würde aus einem Monsterfilm wie „Godzilla“ fast schon ein Ensemble-Stück zu machen, das sich in erster Linie über seine Charaktere identifiziert und fast völlig auf Close-Ups des Giganten verzichtet.


So stellt sich der Photoshop-Künstler und „Star Wars“-Fan Ryan Crain das Filmposter vor.

„Godzilla“ war sicherlich vor allem auch deswegen eine große Überraschung, weil der Streifen fast gänzlich ohne Action auskam. Wenn es Edwards aber krachen lässt, dann richtig. Die vom Himmel fallenden F16-Kampfjets, die in einem „Omaha Beach“-esken Shot vor den Ladungsbooten der US-Marines aufschlagen, hatten schon Klasse. Der Brite ist sicherlich einer der Wilden im Filmgeschäft. Einer, der eigentlich nicht zum durchorganisierten Mega-Konzern Disney/Lucasfilm passen will, denen gerade auch durch die Marvel-Erfolge mittlerweile fast die ganze Branche gehört. Doch genau solche Köpfe braucht Lucasfilms First Lady Kathleen Kennedy für ihre neuen „Star Wars“-Spin-offs.

Gareth Edwards: "Wir wollen das Wars aus Star Wars noch ein bisschen mehr rauskitzeln"

Trotz seines fortgeschrittenen Alters scheint Edwards noch nicht so richtig in Hollywood angekommen zu sein. Es ist schon etwas komisch, aber irgendwie auch ganz sympathisch, wenn ein 40-Jähriger auf seinem Sessel herumrutscht, als müsste er gleich ein Klassenreferat halten. Generell ist Edwards ein Typ, der lieber über andere spricht, als über sich selbst. Über seine Kollegen wie Cinematograph Grag Freiser, von dem er viel lernen will. Freiser steht quasi für das Gegenteil von Abrams-Crews, denn seine Filme fühlen sich sehr bodenständig an. Aus „Zero Dark Thirty“ hätte man patriotisches Hollywood-Popcorn-Kino Marke „Olympus Has Fallen“ machen können, doch Freiser und Regisseurin Bigelow legten viel Wert auf einen dokumentarischen Stil, schließlich war die Liquidierung Osama bin Ladens extrem wichtig für die USA und seine zutiefst verunsicherten Bürger nach 9/11.


Der erste Pre-Production-Shot: viel Regen, viele Rebellen, keine Jedis. Gareth Edwards will mehr düstere Kriegsatmosphäre zeichnen und das Gut/Böse-Denken der Trilogien aufbrechen.

Auch für „Star Wars Anthology: Rogue One“ wird wohl die gute alte Handkamera zum Einsatz kommen, die ein dynamischeres, chaotischeres und authentisch wirkenderes Bild als klassische Kamerakräne abliefert. Viel Footage haben auch wir noch nicht gesehen, weil die Dreharbeiten erst in ein bis zwei Monaten in Irland beginnen, aber die ersten Pre-Production-Shots haben tendenziell eher einen reduzierten, sehr düsteren Look. Mit triefendem Regen und recht wenigen Lichtquellen, also nicht so mit Filtern überzeichnet wie man das eigentlich von Hollywood kennt. „Wir wollen das Wars aus Star Wars noch ein bisschen mehr rauskitzeln“, macht Edwards unmissverständlich klar. Im ersten Mini-Teaser schreien Soldaten um ihr Leben und betteln um Verstärkung, als sie einer nach dem anderen in der Schlacht gegen imperiale Sturmtruppen sterben. Ja, das fühlt sich nach „Der Soldat James Ryan“ an.

Rebellen-Protagonistin Felicity Jones muss Pläne für den Todesstern klauen

George Lucas hat sich als frischgebackener Milliardär (zwei Milliarden US-Dollar hat ihm Disney direkt überwiesen, eine hat er gespendet. Dazu addieren sich zwei Milliarden in Aktienoptionen) nach dem Verkauf an Disney offensichtlich genug in der Sonne geahlt, denn während er bei Star Wars: Episode VII: The Force Awakens eher im Hintergrund bleibt, schreibt er aktuell zusammen mit anderen Autoren die neuen Charaktere. Wie Kathleen Kennedy auf der „Star Wars: Celebration“ verraten hat, wollte sich Lucas eigentlich komplett aus dem Filmgeschäft zurückziehen, bei einem gemeinsamen Abendessen habe er ihr aber gebeichtet, dass er so ganz ohne „Star Wars“ einfach nicht kann und ihm noch zu viele Ideen für Spin-offs durch den Kopf gehen.


Chef-Cinematograph Greg Freiser steht für sehr authentische, unverfälschte Bilder wie in „Zero Dark Thirty“. Dieser Shot hier ist sogar leicht unscharf, weil die Neonröhre blendet.

Lucas setzte sich mit John Knoll zusammen, mit dem er 1983 die „Special Effects“ für die „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ erdacht hat. Wir setzen das mal in Anführungszeichen, denn CGI gab’s damals nur sehr bedingt. Vielmehr wurden die TIE-Fighter und X-WINGs aus Holz sowie Plastik gebaut, mit kleinen Sprengsätzen in die Luft gejagt und mit einer starken Slow-Mo inszeniert. Von ihm kam letztlich die Idee einen bodenständigen „Star Wars“-Film zu machen, einen nach der Ära der Jedi-Ritter. Lucasfilm-typisch wird der Cast natürlich erst nach und nach enthüllt, Felicity Jones wird aber auf jeden Fall die weibliche Hauptrolle als Rebellin spielen. „Sie bringt das ganze Paket mit“, sagt Edwards, der sie damals schon in „Das Tagebuch der Anne Frank“ bewunderte.

Jones hat gerade erst einen BAFTA als beste Hauptdarstellerin für „The Theory of Everything“ gewonnen, der als Biopic die Beziehung zwischen Jane Wilde und ihrem Mann Stephen Hawking skizziert. Der ist offensichtlich so gut geworden ist, das sogar der Mann mit dem derzeit höchsten IQ der Welt ein paar Zeilen eingesprochen hat. Jones hat bisher abgesehen von „The Amazing-Spiderman 2: Rise of the Electro“ keine leichten Rollen gespielt, insofern dürfte auch „Rogue One“ schwerere Kost werden als sonst von „Star Wars“ gewohnt. „Die Rebellen schlagen quasi ausschließlich ausweglose Schlachten, wo sie nur die Hoffnung am Leben hält“, kommentiert der Regisseur.


Edwards hat eine Blitzkarriere hingelegt. Der gelernte Visual-Effects-Experte hat nur vier Filme und zwei Serien gebraucht um mit „Rogue One“ einen der begehrtesten Regiejobs der Branche zu ergattern.

"Ich hatte gehofft, das Drehbuch ist richtig schlecht"

Ganz nett sind auch die Anekdoten, wie eigentlich Lucasfilm Gareth Edwards verpflichtet hat. Kathleen Kennedy, die sich mittlerweile für „The Force Awakens“ und „Rogue One“ als Executive Producer verantwortlich zeichnet und nebenher gerade noch nach einem Drehbuch für „Indiana Jones V“ sucht (wer eine Idee hat, soll ihrem Büro mailen, sagte sie letztlich im Interview mit Vanity Fair) war lange auf der Suche nach einem geeigneten Regisseur, denn Abrams konnte unmöglich „The Force Awakens“ und ein Spin-off parallel managen. Sie rief Edwards an, doch der Hollywood-Newcomer steckte gerade in mächtigen Produktionsschwierigkeiten von „Godzilla“: „Wir waren damals schon im Verzug, die Produktion lief eher schleppend. Aber wenn die Präsidentin von Lucasfilm anruft, gehst du natürlich ans Telefon“, erzählt Edwards.

„Ich bin der ultimative Star-Wars-Nerd, also so richtig. Meine ganze Familie sind Star-Wars-Fans, meine Mama schenkt mir noch heute gerne Star-Wars-Socken. Aber ich fühlte mich auch ausgebrannt, Godzilla hat mich ganz schön geschafft. Ich brauchte Urlaub, nicht mehr Arbeit.“„Offen gestanden habe ich gehofft, dass das Drehbuch richtig schlecht ist“, gibt er zu. „Aber es war einfach zu fantastisch.“ Was Edwards an „Rogue One“ persönlich am besten gefällt ist die realistische Zeichnung der Charaktere: „Wenn man sich mit echten Soldaten unterhält, die in echten Kämpfen waren, dann merkt man schnell, dass die sich nicht als Helden fühlen. Die berichten nicht von glorreichen Siegen, sondern gefallenen Kameraden. Da geht es mehr ums blanke Überleben als alles andere. Solche Soldaten wollen wir in Rogue One porträtieren.“


Lucasfilm hat den Lead Concept Artist des eingestellten „Star Wars 1313“ engagiert. Das Spiel sollte sich um Boba Fett drehen, so wie gerüchteweise auch der zweite Anthology-Streifen.

Kein Gut und Böse mehr; Concept Artist von Star Wars 1313 an Bord

„Star Wars war immer sehr klar, es gab keine Grauzonen“, erörtert der Brite. „Die Guten sind so richtig gut, die Bösen so richtig böse. Das brechen wir mit Rogue One sehr viel mehr auf.“
Noch ein Wort zu Edwards Produktionsteam. Spannend ist dabei Jan Urschel, denn der war vorher Lead Concept Designer von „Star Wars 1313“. Jenem technisch unfassbar edlen Spiel, das leider von Disney nach dem Kauf von LucasArts abgeschossen wurde.

„Star Wars 1313“ spielte nämlich, genau wie „Rogue One“, zu einer Zeit, wo die Jedi keine Rolle spielen und konzentrierte sich auf harte Blaster-Gefechte. Spannend daran auch: im Spiel sollte die Geschichte des jungen Boba Fett erzählt werden, wie er in einem der Armenviertel von Coruscant auf Ebene 1313 aufwächst und zum Kopfgeldjäger avanciert. Und siehe da: Boba Fett wird – gewöhnlich gut informierten Hollywood-Quellen zu Folge – auch im Fokus des zweiten Anthology-Films stehen, der 2018 seine Origins-Story erzählen soll. Dazu wiederum passen die Gerüchte, das EA auf der E3 die Fortführung von „Star Wars 1313“ ankündigt und zwar unter kreativer Leitung von „Uncharted“-Chefautorin Amy Hennig.


Mit etwas Glück erleben wir die Neuankündigung von „Star Wars 1313“. Von seinem düsteren, morbiden Stil her würde es sicherlich gut zur Anthology-Trilogie passen.

Hier erfahrt ihr mehr zu Star Wars: Rogue One!

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