Who shot first #20: Faszination Star Wars

von MrJones

Wenn eine Reihe wie unsere Kolumnen-Reihe Who shot first eine runde Ausgabenzahl erreicht, überlegt man sich des Öfteren mal ein etwas spezielleres Thema. Und so haben auch wir uns Gedanken darum gemacht, über was wir in Folge 20 schreiben könnten. Und warum nicht einmal zu den Wurzeln dessen kommen, weshalb wir alle hier sind: Was macht die Faszination an Star Wars eigentlich aus? Warum folgt immer wieder eine Generation an Fans auf die nächste und wie ist es möglich, dass mittlerweile Großeltern ihre Enkel in dieses Universum einführen?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns einige Teilaspekte des Themas anschauen, um verstehen zu können, warum Star Wars ein solches unerreichtes Phänomen ist. Kein anderes Franchise dieser Erde ist so gewaltig, bringt so viel Geld ein und hat so viele Fans wie der Krieg der Sterne. Dabei hat nicht einmal dessen Schöpfer George Lucas am Anfang an den Erfolg des ersten Films geglaubt. Aber wie wir wissen, kam dann alles ziemlich anders.

Von Raumschiffen, Rittern und Prinzessinnen

Betrachtet man Star Wars einmal ganz nüchtern, ist die Geschichte eigentlich nichts besonderes. Nimmt man z.B. alle Technik und SciFi-Aspekte heraus, kommt man am Ende auf ein Grundgerüst, welches schon Grundlage von unzähligen Märchen, Fantasy-Geschichten und Ritter-Epen erzählt wird. Betrachten wir Episode 4: Vom schwarzen Ritter entführte Prinzessin wird von einem jungen, unerfahrenen Ritter aus der Höhle des Löwen gerettet, welcher dabei von einem eher zwielichtigen, aber am Ende doch treuen Knappen begleitet wird. Der Mentor des Ritters stirbt, der schwarze Ritter steckt eine Niederlage ein, alle feiern, Happy End.

Nun hat George Lucas aber eine Idee gehabt, die vermutlich genauso wahnwitzig klang, wie genial. Die Mondlandung der Amerikaner 1969 entfachte eine neue Welle der Begeisterung für Science Fiction Filme in den Staaten, welche Lucas augenscheinlich nicht verborgen geblieben ist. So entwickelte er eine Filmidee, in welcher er spannende Raumkämpfe mit mittelalterlicher Magie und dem schon immer beliebten Ritter-Thema verband. Er bediente also gleich mehrere Themen, die bei Kindern und Jugendlichen auch in dieser Zeit schon sehr beliebt und gefragt waren.

Kriege, Gut und Böse

Ein weiterer Grundaspekt von Star Wars, der zum immensen Erfolg der Filme beigetragen hat, ist die klare Aufteilung der Geschichte in Gut und Böse. Generell liegt dem Menschen diese Sicht auf die Welt sehr nahe, wir kategorisieren gerne in diese beiden Extreme, Freund und Feind sind sprichwörtlich wie Tag und Nacht.


Nicht nur in nachgeahmten Plakaten erkennt man gewisse Gemeinsamkeiten.

Star Wars bietet uns genau dieses Schema an und bedient es, vor allem in den alten drei Episoden aufs Feinste. Und der geneigte ZUschauer mag darin diverse Parallelen zur realen Welt wiederfinden. War es mitte der 70er Jahre noch der kalte Krieg, welcher sich im allgemeinen Bewusstsein der westlichen Welt ebenfalls in diese beiden Pole unterteilen lies, so kann man in Star Wars auch sehr viel Bildersprache aus der Zeit des zweiten Weltkriegs wiederfinden.

Ob nun in den Uniformen des Imperiums, der Einstellung der Retter des Universums (die zwar Rebellen Allianz und nicht Alliierte heißen) oder in der Bedrohung durch neue Massenvernichtungswaffen (Stichwort Wunderwaffe bzw. die Atombombe), viel was im und um den zweiten Weltkrieg passiert ist, findet sich in Star Wars wieder aufgegriffen oder zumindest in wiedererkennbarer Art dargestellt. So konnten die Zuschauer 1976 sowohl ihre aktuelle Situation (Kalter Krieg), sowie die im kollektiven Gedächtnis noch tief verankerten Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg wiederfinden, was eine Identifizierung mit dem Gezeigten sehr viel einfacher machte.

Und auch heute funktionieren diese beiden Kniffe noch. Die Bildsprache des dritten Reichs ist immer noch als abgrundtief Böses in unseren Köpfen verankert und auch in der heutigen Welt finden sich diverse bedrohliche Konflikte, die gerne im Schema Gut gegen Böse betrachtet werden. Das Konzept Star Wars geht also selbst heute noch voll auf.

Spirituelle Anwandlungen

Neben der Beziehung zu aktuellen weltpolitischen Themen und der generellen Neigung, Dinge in Gut und Böse einzuteilen, wirkt auch der spirituelle Aspekt von Star Wars in seinen Erfolg mit hinein. Die Jedi, ihre Verbundenheit mit der Macht und die Möglichkeit, mit dieser viele Dinge und Zusammenhänge im Universum zu erkennen und zu verändern, berührt die Menschen an ihrer religiösen Stelle.

Gleiches gilt auch für ausgefeilte Magie-Konzepte in diversen Fantasy-Universen, welche auch oft eine besondere Ausstrahlung und Anziehungskraft auf die Fans ausüben. Wir beschäftigen uns gerne mit dem Mysteriösen, mit verborgenen Kräften und Mächten. Und wer träumt nicht gelegentlich davon, mittels Einsatz von übernatürlichen Kräften Dinge zu ermöglichen, die sonst unmöglich sind? Auch wenn es manchmal nur der Wunsch ist, einen Gesprächspartner mit lässiger Handbewegung von der eigenen Meinung zu überzeugen.

Star Wars Überall

Ein weiterer Punkt, der unser Lieblingsuniversum auf die Siegesstraße geführt hat, ist die Durchdringung aller Lebensbereiche mit Star Wars. George Lucas hat sehr früh die Möglichkeiten und das Potential des Merchandises erkannt. Star Wars gibt es einfach überall. Sei es Werbung für AUtos, Brotdosen für die Kinder, Bücher für die Erwachsenen, Figuren, Lego, Taschen, Kleidung, Kaffeemaschinen, Essstäbchen, Gehhilfen, Spiele, Süßwaren etc. pp.


Ja, ihr habt richtig gelesen: Star Wars Gehhilfen 😀

Dadurch wird die Marke und natürlich auch das Universum in alle Lebensbereiche integriert und wir können einfach alles mit einem Star Wars Feeling und Label versehen, können überall unsere Zugehörigkeit zu dieser Fangemeinde zeigen und uns auch immer irgendwo an einer Referenz zu Star Wars erfreuen. Dadurch wird aus den Filmen plötzlich ein Teil des alltäglichen Lebens.

Auf der anderen Seite macht genau dies Star Wars auch noch interessanter für andere Partner. Wenn VW mit deutlichen Star Wars Anspielungen wirbt, hat das nicht den Sinn eine kleine SciFi-Fangemeinde anzusprechen, sondern schlicht die größte der Welt.

Vom Film zum Hobby

Noch entscheidender als die Präsenz von Star Wars im Alltag, ist die Möglichkeit, seine Freizeit mit Star Wars zu verbringen. Und ich meine damit jetzt nicht, sich an einem Tag alle Filme anzusehen oder eine Clone Wars Session durchzuziehen. Begonnen hat es mit simplen Brettspielen und Pen&Paper-RPGs, dann kamen vermutlich die Computerspiele und schließlich gipfelt das Ganze in Menschen, die ihre Freizeit dazu nutzen, Cosplays, Repliken und ganze Tie-Fighter nachzubauen.

Damit wird Star Wars nicht nur zum Begleiter im, sondern zum Bestandteil, manchmal sogar zum Zentrum des eigenen Lebens. Menschen treffen sich in Verbänden der 501st, um Star Wars zu leben, verbringen Wochenenden auf Cons, beim Basteln an ihren Kostümen oder mit Recherchen, welche Teile zum Bau des Blasters von Han Solo genutzt wurden. Man kann sein ganzes Leben mit Star Wars verbringen.

Von Generation zu Generation

Wenn man heute einmal über die Schulhöfe und teilweise sogar in die Kindergärten geht und sich anschaut, was die Kleinen so spielen, wird man erstaunt sein, wie viel Star Wars dabei ist. Klar, zum einen überträgt sich die doch recht verbreitete Begeisterung der Eltern auf ihre Kinder, zum anderen muss man aber auch sagen, dass Lucas hier wieder einmal wirklich genial vorgegangen ist.

Was in Fankreisen oft als "das Melken der Kuh" bezeichnet wird, ist natürlich auch eine gute Chance, immer wieder junge Menschen für Star Wars zu begeistern. Kaum eine Filmreihe lief über die Zeit gesehen so oft in den Kinos, wie Star Wars. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, als ich Ende der 90er Jahre mit der Special Edition mein erstes Star Wars Kinoerlebnis hatte. Damit verwandelte sich für mich Star Wars von einem "wirklich cool" in ein "wow, das wird mich mein ganzes Leben lang begleiten!".


Das die Kuh immer weiter gemolken wird, hat nicht nur Nachteile.

The Clone Wars ist aktuell die Chance für junge Menschen, den ersten Kontakt mit Star Wars zu finden und auch die Neuauflage in 3D, sofern sie wirklich fortgesetzt wird, wird für viele Fans das erste Kinoerlebnis in der Galaxis weit, weit entfernt sein. Und so werden immer wieder neue Generationen an die Galaxis herangeführt und können diese auf ihre ganz eigene und neue Weise erleben, ohne das Gefühl zu haben, Filme aus der Zeit der Großeltern zu schauen (unter anderem sind Cannonball, Dirty Harry III, diverse Emanuelle-Streifen oder auch der erste Rocky im gleiche Jahr wie Episode 4 erschienen).

Mit Disney und dem neuen Plan für mehr Star Wars Filme, wird das Universum sicher noch mehr Menschen erreichen, als bisher. Eine ganz neue Generation an Star Wars Fans wird geboren werden, welche nicht mit Episode 4 bis 6 und nicht mir 1 bis 3 aufgewachsen sind, sondern mit den Episoden 7 bis 9 und einigen Spinoffs. Und meine Meinung dazu ist: Das ist auch gut so! Denn nur, wenn Star Wars mit der Zeit geht und immer wieder ins Bewusstsein der Menschen tritt, wird das Fantum so weiter fortbestehen können.

Und was macht sie nun aus, die Faszination?

Alles zusammen! Die grundlegende Geschichte, welche märchenhaften mit Magier und SciFi verknüpft, die Bezüge zur echten Welt, das Mysteriöse sowie die absolute Allgegenwärtigkeit von Star Wars. Ich kenne kaum ein Thema, über das ich mit Freunden so leidenschaftlich Reden, manchmal sogar streiten kann. Ich kenne kein Universum, dass so viele Facetten hat, in so vielen unterschiedlichen Medien so gut umgesetzt wird und das es immer wieder schafft, in mir den 10 jährigen Jungen zu entfesseln.

Und was fasziniert euch an Star Wars? Was macht dieses Universum für euch so besonders? Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Gedanken dazu mit mir im Forum diskutiert! Dann bleibt mir nur noch, euch eins zu wünsche: Möge die Macht (und Faszination) mit euch sein!

Hier könnt ihr im Forum darüber diskutieren »

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