Who shot first #4: Abomodell und Monatsgebühren

von MrJones

Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Who shot first, der SW:TOR Kolumne von OldRep.de. Und in dieser Ausgabe soll es, anders als es vielleicht einige erwartet haben, nicht um das Releasdatum und seinen massiven Konflikt mit Weihnachten gehen, sondern um eine zweite Neuigkeit, welche uns im Rahmen der Eurogamer Expo ereilte, nämlich das Abomodell von SW:TOR bzw. die Monatgebühren.

Viel wurde da in letzter Zeit über das Aussterben der Monatsgebühren geschrieben, es wurde gar gesagt, dass SW:TOR eines der letzten Spiele mit Monatsgebühren sein wird. Ob das wirklich so ist, wie diese Gebühren aussehen und welche Vor- und Nachteile dieses Modell für den Spieler und die Firmen hat, dass wollen wir in dieser Ausgabe einmal unter die Lupe nehmen.

Die Monatsgebühren in SW:TOR

Mindestens 10,99€ pro Monat wird euch SW:TOR kosten, zumindest dann, wenn ihr das Spiel einfach abonniert. Meist gibt es nach einer gewissen Zeit andere, günstigere Möglichkeiten, seine Spielzeit zu verlängern, aber dazu weiter unten mehr. Generell kann man sagen, dass die Gebühren für dieses Spiel nichts besonderes sind. Sie liegen voll und ganz im üblichen Rahmen, also wird SW:TOR weder günstig, noch besonders teuer. Hier nun aber erstmal die unterschiedlichen Preise:

  • Abo mit 1 Monat Laufzeit: 12,99€
  • Abo mit 3 Monaten Laufzeit: 35,97€ (11,99€ pro Monat)
  • Abo mit 6 Monaten Laufzeit: 65,94€ (10,99€ pro Monat)

Daran lässt sich die übliche Staffelung erkennen: Wer länger im Voraus bezahlt, kommt günstiger dabei weg. Was uns sehr gefreut hat ist, dass die Preise nicht auf der ganzen Welt gleich sind, wie es etwa bei der Collectors Edition der Fall war. Denn dort haben die Spieler in Amerika 150$ bezahlt, was heute mit Nichten 150€ entspricht. Aber bei den Abopreisen ist man fair und wir bezahlen in etwa das selbe, was auch unsere Freunde in Großbritannien oder Amerika bezahlen.

Wie bezahlt man das Ganze eigentlich?

Zum Bezahlen werden diverse Möglichkeiten zur Verfügung stehen. So ist eine Kreditkarte nicht Pflicht für dieses Spiel, auch wenn sie als Bezahloption angeboten wird. Denn neben diesen wird auch das Elektronische Lastschriftverfahren (ELV) von Beginn an dabei sein, so dass ihr die Gebühren schnell und einfach von eurem Konto abbuchen lassen könnt. Und ein Konto sollte so gut wie jeder zur Verfügung haben. Gametimecards wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch geben, obwohl hier noch keine endgültige Antwort von BioWare gegeben wurde.

Eine weitere naheliegende Option wären PayPal und ähnliche Dienste. Dazu haben die Entwickler aber bisher noch keinerlei Angaben gemacht, so wird es sehr wahrscheinlich zum Start noch nicht unterstützt werden. Doch haben die Jungs von BioWare für solche Unterstützungen ja auch noch ein wenig mehr Zeit, denn die ersten 30 Spieltage sind ja für jeden, der das Spiel kauft, kostenlos. Aber gerade eine Einführung von Gametimecards würde die Spieler sicher freuen, denn diese werden meist nach einer gewissen Zeit sehr günstig im Internet angeboten. Dabei geht man zwar meist auch ein kleines Risiko ein, dass der entsprechende Shop zwar kassiert, aber nicht liefert, hat man aber einmal eine vertrauenswürdige Quelle gefunden, steht dem günstigen (und legalen) Spielspaß nichts mehr im Wege.

Monatsgebühren – eine aussterbende Art?

Diese These wurde in den letzten Wochen durch so gut wie alle Spiele-Medien gereicht. So konnten wir ja schon seit einigen Monaten lesen, dass Free 2 Play das neue Ding sein soll und vor wenigen Wochen wurde überall postuliert, dass SW:TOR wohl das letzte Spiel mit Monatsgebühren sein wird. Doch woher nehmen die Schreiber solcher Zeilen ihre Weisheit?

Unbestritten ist, dass Free 2 Play Spiele einen immensen Markt geschaffen haben. Da sie nämlich doch nicht so Frei von Kommerz und Geldfluss sind, lässt sich damit eine Menge Geld verdienen. So sind eine Unmenge solcher Spiele auf den Markt gekommen und verdienen mit Item-Shops, Microtransaktionen und Co. einen Haufen Kohle. Und auch schon alteingesessenen Hasen des Genres hat eine Umstellung auf ein solches System meist recht gut getan. Ob Herr der Ringe Online, Age of Conan oder nun auch Star Trek Online, all diese Publisher versuchen nun, den als Abo-MMORPGs dahin siechenden Titeln noch etwas Gewinn abzuringen. Und es klappt. So ist Der Herr der Ringe Online so erfolgreich, wie schon lange nicht mehr und auch Age of Conan soll, glaubt man dem Publisher, durchaus rentabel laufen.

Triple A und die Monatsgebühr

Trotzdem ist es meiner Meinung nach nicht sinnvoll, den Monatsgebühren schon ein Grab zu schaufeln. Denn gerade bei sogenannten Triple A-Title wie World of Warcraft oder SW:TOR haben die Gebühren noch einen Sinn. Denn deren Entwicklung kostet eine Unmenge an Geld und auch die Ansprüche der Publisher, ein perfektes, gut supportetes und sich weiter entwickelndes Spiel zu veröffentlichen, macht den monatlichen Geldsegen durch die Abonnenten zu einem nicht zu unterschätzenden Faktor. Denn hier ist der Fan gezwungen, sein Geld zu bezahlen und bekommt dafür meist auch eine Gegenleistung, welche die Mehrzahl der Free 2 Play Titel nicht erreichen kann und will.

Denn Monatsgebühren erleichtern nicht nur die Kalkulation, sie schaffen auch die Mittel, um einen hohen Standard zu halten. Unmengen an Gamemastern wollen bezahlt, ein riesiges Supportcenter aufgebaut, die Server am Laufen gehalten und das Spiel weiter entwickelt werden. Sicher, es gibt auch Free 2 Play-Titel, die diese Maximen erreichen, aber das sind meist Spiele, die vorher schon als Abo-Spiele auf dem Markt waren.

Vorteile für die Spieler

Gibt es Vorteile von Monatsgebühren für die Spieler? Tja, eigentlich hört sich das Prinzip, ein Spiel kostenlos spielen zu können ja gut an, aber wenn man sie die Free 2 Play-Realität einmal anschaut, merkt man schnell, dass es mit dem "Free" nicht allzu weit her ist. Denn in nahezu allen dieser Spiele wird man früher oder später gezwungen, doch einmal Geld auszugeben. Und dabei handelt es sich dann meist nicht um Peanuts, sondern es kommen leicht Kosten zusammen, die die üblichen Monatsgebühren überschreiten. Darin liegt ja auch der Reiz des Free 2 Play-Systems für die Publisher.

Also ist der wohl größte Gewinn, den die Spieler von einem Abo-Modell haben, dass ihre Kosten überschaubar bleiben und sie mit dem monatlichen Obolus wirklich alle Kosten für das Spiel abgegolten haben. Patches, Support, Gegenstände, Quests, Instanzen, Gebiete, alles ist in den monatlichen Kosten enthalten und bedarf keiner weiteren Überweisung an den Betreiber. Dies gilt natürlich nur so lange, wie diese Dinge auch wirklich kostenfrei im Spiel enthalten sind, aber die schwarzen Schafe, die versuchen doppelt zu kassieren sind meist schnell bei den Spielern durchgefallen.

Hybrid-System ala HdRO

Über Hybride spricht man aktuell nicht nur in der Autobranche, das Wort scheint sich durch so gut wie alle Lebensbereiche zu ziehen. Und so auch in die Gamesbranche, denn die Zukunft der Triple A-Titel wird sicherlich in einer Art Hybrid-System liegen. Deshalb mal die Aussage, dass SW:TOR das letzte Spiel seiner Art mit Monatsgebühren ist, durchaus zutreffen. Aber Diese werden deshalb nicht von der Bildfläche verschwinden. Denn wer sich den Erfolg und das System von Herr der Ringe Online oder auch Age of Conan genau ansieht, der merkt schnell, dass hier nicht das wirkliche Free 2 Play umgesetzt wird, sondern ein Mischsystem zum Einsatz kommt.

Man könnte auch sagen, dass das dieses System aus einer erweiterten Testphase, einem Shop und Monatsgebühren besteht. Die Testphase ist der Bereich, welchen man wirklich frei spielen kann und der, ohne tage- und wochenlanges Farmen erlebbar ist. Dieser beschränkt sich meist auf die ersten paar Level, das erste Gebiet in dem man spielt oder eine gewisse Schwelle, die man dich überschreiten kann, ohne gegen Geld neue Inhalte freizuschalten.

Das Shop dient dann den Spielern, die vielleicht noch etwas weiter spielen wollen, sich aber nicht auf Monatsgebühren festlegen wollen. Hier bekommt man dann Questpakete, Gebiete, Level und wird bei seinem Einkauf mit der Abschaffung von einigen Beschränkungen im Gold, Handel und der Zugänglichkeit einiger Spielinhalte belohnt. Für alle, die das Spiel weiterhin frei und ohne Einschränkungen spielen wollen, gibt es dann aber trotzdem noch die Monatsgebühren, welche das Spiel in seiner gänze spielbar machen. Hier entfällt dann meist der Einkauf im Shop, außer man möchte sich bestimmte Accessoires, Reittiere oder ähnliches, nicht spielentscheidendes leisten. Und im Beispiel von Herr der Ringe Online bekommen die Abonnenten sogar noch einige Punkte für den Shop, so dass sie sich selbst diese Dinge ohne erneuten Geldfluss leisten können.

Dieses System vereint also eigentlich alle Vorteile für beide Seiten des Spiels. Die Entwickler können sich über einen zusätzlichen Geldfluss durch den Shop freuen, die Spieler müssen dort aber nicht alles kaufen, wenn sie dafür die Treue einer Monatsgebühr hinnehmen. Vielleicht, und so denke ich sehr wahrscheinlich, wird sich dieses System durchsetzen.

Definitiv tot – Das Lebenszeitabo

Dieses, bei Fans recht beliebte System hat sich anscheinend wirklich auf nimmer Wiedersehen verabschiedet. Ein Lifetimeabo kostete je nach Spiel zwischen 200€ und 300€ und bot dem Spieler die Garantie, dass er immer spielen kann, so lange die Server da sind und das Spiel noch aktiv angeboten wird. Gerade bei Herr der Ringe Online war dieses System sehr beliebt und es gab einige Leute, die dort tief in die Tasche gegriffen haben.

Für Spieler sehr verlockend, dürfte sich dieses Bezahlmodell für Publisher und Entwickler kaum gelohnt haben. Denn die laufenden Kosten über die Jahre dürften solche Summen im Nu verschlungen haben. Deshalb wurden diese Lifetimeabos auch meist nur zum Release des Spiels angeboten und waren später nicht mehr verfügbar. Und schon seit geraumer Zeit wurde kein Spiel mehr mit diesem Feature angeboten und auch für SW:TOR wurde es schon definitiv von BioWare ausgeschlossen.

Fazit

Wenn Monatsgebühren wirklich aussterben, dann können wir eigentlich recht froh sein, dass SW:TOR noch welche hat. Denn im Großen und Ganzen gewinnen dabei die Spieler und sind mit ihren Kosten auf der sicheren Seite. Aber auch die Hybrid-Systeme ala HdRO haben ihre Vorteile, vor allem dann, wenn man sich des Spiels noch nicht sicher ist, oder einfach nicht ständig Geld bezahlen möchte.

Was denkt ihr über die verschiedenen Systeme? Welche habt ihr schon ausprobiert, seid ihr irgendwo auf die Nase gefallen oder denkt ihr, dass Monatsgebühren doch schlechter sind als Free 2 Play? Dann diskutiert dieses Thema doch mit uns hier im Forum!

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