Der Aufstieg der Rebellen – Rezension

von Bianca Zimmer

Derzeit erscheinen Comics und Romane zu den Star Wars Rebels am Laufenden Band. Da ist es schwer, herauszufinden, für welches man sich entscheiden und welches man lieber im Warenregal des Verkäufers liegen lassen soll.

Heute möchte ich mich Band 1 der Star Wars Rebels "Der Aufstieg der Rebellen" (Hier auf Amazon bestellen ») widmen und anhand dieser Rezension zeigen, was in diesem Buch behandelt wird, für wen sich der Kauf lohnt und was dieses von anderen Büchern abhebt.

(Achtung: Diese Rezension könnte kleinere Spoiler enthalten)
 

Einleitung

"Deine Lieblingshelden aus Star Wars Rebels sind bereit, gegen das böse Imperium zu kämpfen! Kanan, Hera und ihr treuer alter Droide Chopper liefern sich eine wüste Raumschlacht mit TIE-Jägern, während Sabine mit ihrem künstlerischen Talent einen Trupp Sturmtruppler austrickst.

Zeb hingegen lässt sich keine Gelegenheit entgehen, Truppler aufzumischen, und Ezra erbeutet bei der Absturzstelle eines imperialen Raumschiffs ein ganz besonderes Souvenir."
– Klappentext

Hintergründe

Michael Kogge, der den Roman "Star Wars Rebels – Der Aufstieg der Rebellen" verfasst hat, gehört ebenfalls in die Kategorie Autoren, die findigen Star Wars-Fans und -Lesern nicht unbekannt sein sollten.

Wer regelmäßig den Star Wars Insider liest, wird den Namen schon einmal vernommen haben, auch an der vierteiligen Webserie The Despotica, in welcher der Kriegsherr Xim der Despot die Hautprolle spielte, war Kogge beteiligt, als auch an den Rollenspielen Star Wars Gamer und Adventure Journal.

Aber nicht nur Star Wars gehört in sein Repertoire, auch die Comicserie "Empire of the Wolf", eine epische Geschichte über Werwölfe im alten Rom, gehört zu seinen jüngsten Projekten.

Neben “Der Aufstieg der Rebellen” sollen noch weitere Bücher zum Star Wars Rebels-Universum veröffentlicht werden. Michael Kogge ist also ein Mann, von dem wir in naher Zukunft noch des Öfteren etwas lesen werden.

Zum Buch

"Der Aufstieg der Rebellen" ist noch ganz druckfrisch und am 24. November, also erst vor wenigen Tagen, über den Panini-Verlag erschienen.

Das Buch, das mit seinen 122 Seiten gut 30 Seiten leichter als "Ezras Spiel – Die Vorgeschichte der Star Wars Rebels" daherkommt, wird in vier Teilen zu jeweils drei Kapiteln unterteilt.

Das Cover des Buches ist ansprechend, modern und jung gestaltet, zudem finden hier neben dem Titel auch alle Charaktere der Rebels ihren Platz, von denen wir in “Der Aufstieg der Rebellen” lesen werden. Die Schriftgröße und Zeilenabstände des Texte sind wie schon in “Ezras Spiel” recht großzügig bemessen, auch hier möchte man sich sicher vergewissern, dass auch das junge Publikum keine Probleme mit dem Lesen haben soll.

Zudem finden wir auf beinahe jeder Seite halbseitige bis ganzseitige Illustrationen und Artworks der Protagonisten, die in Star Wars Rebels eine Hauptrolle spielen. Jeder Beginn eines Kapitels wird mit fleckenartigen Mustern eingeleitet, die sehr wahrscheinlich auf Sabines Faible für Graffitikunst anspielen sollen.

Handlung

Anders als in "Ezras Spiel" (hier unsere Rezension) finden wir in diesem Buch keine zusammenhängende Geschichte, sondern mehrere Episoden, die für die einzelnen Charaktere der Rebels geschrieben wurden und die wir zum Teil bereits aus einigen Folgen oder aber aus den Preview-Trailern kurz vor dem Serienstart kennen.

Woran man sich etwas zu gewöhnen hat, ist, dass der Autor strikter vorgegangen ist und den Eigennamen der Ghost, also dem Raumschiff der Star Wars Rebels, abgeändert und diese im Buch als “Die Geist” betitelt hat, was auf den ersten Seiten ein wenig befremdlich wirkt.

Aber zurück zur Story! Wie bereits erwähnt, hat man nicht wie in "Ezras Spiel" das Gefühl, einem kompletten Handlungsbogen, sondern eher mehreren Episoden zu folgen. Zum Beispiel folgen wir im ersten Teil dem Jedi Kanan, der Pilotin Hera und dem mürrischen Astromechdroiden mitten in abenteuerliches Gefecht gegen angreifendende TIE Fighter, im zweiten Teil der mandalorianische Kopfgeldjägerin Sabine auf einem künstlerischen Feldzug und einem Sturmtruppler. Teil drei ist vor allem Zeb gewidmet und im vierten und letzten Part des Buches, dürfen wir Ezra über die imaginäre Schulter schauen.

Der Tiefgang macht den Unterschied

…doch nur, weil wir in "Der Aufstieg der Rebellen" keiner kompletten Geschichte folgen können, haben wir nun ein langweiligeres Umfeld als in “Ezras Siel” zu erwarten? Nein, im Gegenteil.

Dieser Teil geht wesentlich tiefer als man eigentlich zunächst erwartet! In diesem Buch erfahren wir im Gegensatz zu Ryder Windhams TV-Roman viel deutlicher, was die Protagonisten und Antagonisten bewegt, welche Wünsche und Träume sie haben, an welchen Mitteln es ihnen mangelt und was sie erreichen wollen.

Ohne allzu viel verraten zu wollen, möchte ich euch an dieser Stelle kurz ein paar Beispiele geben, damit ihr einen Eindruck gewinnt, wie Kogge uns die Charaktere der Serie näherbringen möchte und das durchaus auch erfolgreich geschafft hat.

Der mürrische Droide Chopper

Bisher wissen wir von Chopper noch nicht allzu viel. Nur, dass er zur Pilotin Hera Syndulla gehört und ursprünglich nicht aus neuen, sondern aus alten, schrottreifen Teilen zusammengeschustert wurde.

Doch auch dieser Astromech hat so etwas wie "Gefühle".

"Tu dies, Chopper. Tu das, Chopper. Hera und Kanan sagten ihm ständig, was er machen sollte – und zwar immer genau jetzt und sofort. Doch wann hatten sie ihm das letzte Mal mit einem Ölbad für seine Hilfe gedankt? Er wusste es ganz genau: vor 32 Tagen, 23 Stunden, 57 Minuten und 4 Sekunden. Teile von ihm verrosteten allmählich. Rost machte seine Verbindungsstücke langsam. Rost sorgte dafür, dass seine Schaltkreise durchbrannten. Rost machte ihn noch mürrischer."

Zudem hat Chopper arge Probleme mit der Auswertung von Gefühlen und Emotionen “Organischer”, also jedem Lebewesen, was nicht aus Schaltkreisen besteht. Er versteht sie nicht, findet sie unlogisch und außerdem würden Organische oft gar etwas ganz anderes meinen, als sie es gerade gesagt haben.

Dank Kogge versteht man ein wenig mehr, warum der Droide eigentlich so mürrisch durchs Schiff gurkt und vor sich hin möppert, dass es sich nur um einen kleinen, unschuldigen Astromech handelt, sich nicht genug gewürdigt und unfair behandelt fühlt.

Und wir verstehen, warum er eben – trotz der Lacher, die man wegen Choppers Taten und seinem Getüttere nun mal rauslassen muss – niemals der Jar Jar Binks der Rebels wird. Und ab und an ein Ölbad braucht.

Sabine Wren

Die junge Kopfgeldjägerin Sabine ist eine Künstlerin durch und durch, deren Wunsch es ist, dass nicht nur der Name Boba Fett, sondern auch ihrer als Legende die Runde machte, dass ihr Name, Sabine Wren, auch einmal eine ähnliche Wirkung auf die Einwohner der Galaxis haben werde.

Als gefürchtete Kriegerin und große Künstlerin.

"Sie wollte jeden Planeten besuchen. […] Sie wollte, dass ihr Name und ihre Kunst auf allen Sternen bekannt wurden. Doch das war unmöglich, solange das Imperium die Galaxis kontrollierte."

Und zur Freiheit jedes Einzelnen, die das Imperium zu gern einschränkt, gehört eben auch die Kunst. Durch Kogges Beschreibung der Figur Sabine Wren versteht man nun etwas besser, warum sie sich als Kopfgeldjäger gegen das Imperium gewandt und für die Rebellen entschieden hat. Sabine scheint nicht dieser typische Kopfgeldjäger (wie Boba Fett!) zu sein, dem es nur darum geht, Anweisungen auszuführen und die Belohnung dafür einzusacken.

Sabine ist mehr. Und vielleicht verhilft ihr genau diese Einstellung dazu, ein Held zu werden und ihren Namen in die Galaxis zu tragen, um somit ihren Traum zu erfüllen.

Ezra Bridger

Vor allem der oft unterschätzte und von den Fans abgelehnte Ezra hinterließ bei mir den größten Eindruck, denn bei ihm handelt es sich nicht nur um den frechen "Bengel" und nervigen, kleinen Jungen, wie man zuerst annimmt.

"Er war vierzehn. Die meisten, die ihn anschauten, sahen einen Jungen in ihm. Ein Kind. […] Er selbst sah sich allerdings als nichts von alldem. […] Kinder hatten Eltern. Kinder wohnten in Wohnungen oder Häusern. Kinder bekamen ihr Essen auf Tellern serviert, während sie mit ihrer Familie am Tisch saßen.

Kinder lebten nicht auf der Straße wie Ezra. Auf der Straße wurde man schnell erwachsen. […] Man lernte zu überleben."

Wer also zunächst den Eindruck gewann, Ezra wäre glücklich mit seinem Dasein als Plünderer, Dieb und jemand, der gerne Sturmtruppler veräppelt, irrte sich gewaltig. In Ezra steckt noch immer das verängstigte kleine Kind auf der Suche nach Familie und Liebe. Ein Straßenkind, das täglich um sein Überleben und gegen die Machtgier des Imperiums kämpfen muss, ein Kind, das viel durchmachen musste als andere in seinem Alter.

Und ein Kind, das mir nun durch Michael Kogge ein bisschen sympathischer geworden ist.

Also…

Auch wenn ich jetzt gerne noch mehr Details lesen würde, merkt man deutlich, dass selbst die Droiden der Star Wars Rebels nicht zu "glatt" daherkommen, wie vorher angenommen und wie es den Rebels oftmals vorgeworfen wird. Das es auch anders geht, dass die Charaktere nicht so oberflächlich daherkommen, ist Michael Kogge zu verdanken.

An dieser Stelle wünsche ich mir, dass man genau hier ansetzt, um den Charakteren noch mehr Tiefe zu verleihen. Damit der Zuschauer und geneigte Leser eine Verbindungen aufbauen und viele Entscheidungen dieser verstehen kann.

Fazit

Was "Ezras Spiel" auf gut 155 Seiten nicht schaffen konnte, liefert uns Michael Kogge auf etwa 120 Seiten besser ab. Wir müssen zwar den Verlust einer großen, zusammenhängenden Geschichte in Kauf nehmen, erfahren dafür aber endlich mehr zu den einzelnen Protagonisten, was uns in Windhams TV-Roman leider verwehrt blieb.

Auch der Schreibstil Kogges wirkt ein wenig frischer, lebendiger und nicht ganz so kindlich wie der Windhams, ohne aber in Gefahr zu laufen, für junges Publikum nicht mehr geeignet zu sein.

Nicht auszudenken, was aus Kogges Buch hätte Grandioses werden können, würde es sich hier nicht nur um einzelne Episoden, sondern um eine richtige, große und tiefgreifende Geschichte handeln. So durchlesen sich die 122 Seiten, auch aufgrund der vielen Illustrationen, leider viel zu schnell.

Für 5,99 Euro ist "Der Aufstieg der Rebellen" dennoch ein gutes Buch für jung und alt; die nachfolgenden Bände dürfen gern zusammenhängender, mit noch mehr Tiefe und weitreichender erzählt werden! Dafür lege ich auch gern einen Zehner drauf.

Danke an Panini für das Rezensions-Exemplar.

Kaufempfehlung:

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