Star Wars Rebels: Rezension des Pilotfilms

Das sagt Bianca

"Na, hoffentlich lohnt sich das auch!" lautete mein Gedanke, als vergangenen Samstag um 4.30 Uhr nach gerade mal 3 Stunden mühsamen Schlafes mein Wecker klingelte und mich aus meinen Träumen riss. Eindeutig zu früh für einen Samstag, hiefte ich meine müden Knochen hoch und schmiss die Kaffeemaschine an – ich musste munter werden, irgendwie, denn ja, schließlich fuhr nur knapp 2 Stunden später die Bahn nach Dresden!

Viel zu früh, ich sags ja 😀

Und ich wollte unbedingt den Star Wars Rebels Pilotfilm schauen. UNBEDINGT! Denn das, was ich bisher gesehen habe, die Bilder und Trailer, die bis dato veröffentlicht wurden, machten mich richtig heiß auf die neue Star Wars Serie aus dem Hause Disney. Und der Einlass sollte bereits um 10 Uhr morgens stattfinden. 10 UHR, WER GEHT DENN UM DIESE ZEIT INS KINO?!?! Ach ja, die Serie soll ja auch Kinder ansprechen.. ok, alles klar.

Das Event vor Ort

Frisch in Dresden angekommen, ging trotz Routenplaner erst einmal die Suche nach dem richtigen Kino los, denn an Ort und Stelle, ganz nahe des Dresdener Hauptbahnhofes, standen sich zwei Kinos direkt gegenüber. Naja, nobel geht die Welt zugrunde, oder? 😉 Egal, wir kamen dann doch pünktlich an und sahen sie schon: die ersten Rebels-Fans. Ungefähr 1,40m groß, laut, quietschig, zahlreich und mit ihren Eltern im Schlepptau. Und da war es wieder, dieses Gefühl: wie Indy in der Schlangengrube. Was mir abseits dessen sofort auffiel: Wer unwissend am Kino vorbei lief, blieb es auch: es gab keinerlei Rebels-Werbung an den Außenwänden. Keine Bilder, keine Plakate, keine Aufsteller, einfach nichts. Schade!

Von außen ist faktisch nichts vom Event zu sehen.

Dann, kurz nach 10 Uhr wurden wir reingelassen. Ein einsamer Stormtrooper "begrüßte" uns und wurde gleich von zahlreichen Kindern belagert. Sonst war das Rebelssche Deko-Angebot eher mau. Der Inquisitor stand in der Ecke als lebensgroße Figur herum und schaute böse drein, es gab einige LEGO-Star Wars-Spielstationen für unsere Jüngsten, eine Foto- und Würfelwand. Na gut, das große Event war ja bereits vorher in Köln gelaufen. In mehreren Städten aufzutrumpfen hat sich vermutlich einfach nicht gelohnt – ein bisschen schade war das schon. Aber wir sind ja wegen des Films und nicht wegen der Deko hier.

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Der Film

11 Uhr – es geht los! Wir sitzen endlich im Kinosaal, auf der Leinwand prangt das Star Wars Rebels Logo und die Aufregung steigt. Und auch ein bisschen Angst. "Was ist, wenn der Film richtig, richtig blöd wird? Was ist, wenn Star Wars Rebels ein Reinfall wird?" Egal, Zweifel abschütteln und das Beste hoffen. Als dann der Organisator den Start verkündete und den Kids noch die Serie im Vorhinein ordentlich schmackjaft machte "…und wenn euch die Serie gefällt, fragt doch mal eure Eltern, wo ihr sie sehen könnt…" Das Raunen der Eltern konnte man nicht hören, aber fühlen. Bis ins Mark. Katsching, die Geldmaschine funktioniert! 😉

Und dann ging es los. Dave Filoni und Szenen aus Episoden I-III begrüßten uns. Und alles war episch. Die Szenen, die Musik, das Gefühl. Ich war in meinem Element.

Und 45 Minuten später war ich begeistert. Gehyped. Glücklich und beruhigt. Denn: Star Wars Rebels kann richtig, richtig gut werden. Der Pilot hat mich überzeugt. Warum, das erfahrt ihr jetzt.

Die Charaktere

Viele Hintergründe zu den Charakteren gab es noch nicht, was etwas schade ist, aber wir konnten schon sehr gut einen ersten Eindruck gewinnen, was uns da erwarten wird. Kanan, der wirklich mächtige und beeindruckende Jedi und auch irgendwie der Papa der Serie – spätestens dann, wenn er sich Ezra annimmt und ihn als seinen Padawan aufnimmt. Ich bekomme noch heute Gänsehaut, wenn ich an die Szene denke, als Kanan das erste Mal vor den Troopern sein Lichtschwert zog – wuuuha!

Ezra, mir der bisher auch in durch die Trailer unsympathischste Charakter, hat mich leider gar nicht überzeugt, sondern eher das Gefühl eines nervigen Jugendlichen in mir heraufbeschworen. Diese Art, bei denen man mit einem Kopfschütteln vorbeigeht und sich fragt, was aus der Jugend geworden ist. Und doch will man ihn irgendwie in den Arm nehmen, den Jungen, der schon zu frühester Kindheit seine Eltern verlor und sich seitdem durch den Alltag von Lothal schlägt. Aber auch wenn er im Pilotfilm durch Schabernack und Streiche eher ein wenig anstrengend daherkam, glaube ich, dass in ihm ein ziiieemlicher Good Guy steckt. Und auch ihn werden wir lieb gewinnen, keine Frage.

Dachte vermutlich auch Zeb – der haarlose Wookiee, der mich bereits in den Trailern erobert hatte. Ein Draufgänger, wie er im Buche steht, aber sooo sympathisch. Zu Beginn wollte er Ezra am liebsten abmurksen – zurecht! – , doch später… ja, da war sein Herz auf einmal ganz weich und voller Sorge um den Jungen. Vermutlich werden die Beiden best Buddies und Brüder im Geiste.

Zeb – mein Lieblings-Charakter des Pilotfilms.

Kommen wir zu den restlichen Charakteren, die mir besonders ins Auge stachen: Chopper, der mürrische Droide. Kleine, drolliger Kerl, manchmal etwas überfordert mit der Situation (und vor allem auch damit, auf Ezra aufzupassen) und ziemlich grumpy – mit seiner Art hat er die Lacher auf seiner Seite, dennoch müssen Filoni und Co. aufpassen, dass Chopper nicht zu Jar Jar Binks 2.0 mutiert. Das Potenzial ist da – und das wäre sehr schade um den Charakter.

Hera, die Pilotin der Ghost, scheint, so wie Kanan der Papa ist, die Mama der Crew zu sein, während Sabine die große Schwester von Ezra mimen wird. Bei Hera fühlte ich mich sofort Zuhause und geborgen, zu Sabine fehlte mir zumindest im Pilot die Beziehung. Da wird man sehen, wie sehr sie sich noch im Verlauf der Serie entwickeln wird. So wie bei allen Charakteren.

Den Inquisitor und damit einen der Hauptcharaktere der Serie, bekamen wir lediglich am Schluss zu sehen, doch dieser Auftritt hinterließ Eindruck. Auch wenn nur als Hologramm dargestellt, leuchteten seine Augen und man hatte förmlich das Gefühl, er wisse, was man denkt und könne einem direkt in die Seele schauen. Gruselig.

Und wer war da sonst noch? Agent Kallus, der imperiale Truppenführer mit dem eigensinnigen Bart, der viel will. Manchmal vielleicht auch etwas zu viel. Sein Ehrgeiz scheint ihm oft im Wege zu stehen, weshalb er es einfach nicht schafft, seine Ziele so durchzusetzen wie er es eigentlich will. Gut, vermutlich tragen seine unnützen Sturmtruppen schon ihren Anteil daran. Wirklich, ich habe selten so trottelige Stormtrooper gesehen, wie in Star Wars Rebels. Das klingt jetzt möglicherweise negativer als es gemeint ist. Doch die Trooper kommen einfach nicht gut bei weg – sie verstehen zu langsam und ziehen, besonders bei Zeb, immer wieder den Kürzeren und bekommen eigentlich fast immer etwas auf die Mütz den Helm. Aber: ich habe gelacht, jedes Mal.

Trottelige Stormtrooper gab es schon immer. Warum sollten diese sich also in Star Wars Rebels anders verhalten?

Im Endeffekt freue ich mich sehr auf das, was kommt und hoffe, dass man die Charaktere noch wesentlich tiefer beleuchten wird. Ich möchte erfahren, warum sie so sind, wie sie sind, wie und warum sie zu einem Teil der Crew wurden und was den Inquisitor wirklich antreibt. Dass man in 45 Minuten nicht alle Protagonisten näher vorstellen kann, ist sicher jedem klar. Aber da steckt Potenzial. Sehr, sehr viel und ich bin gespannt!

Der Look

Kurzum: Ich mag das Aussehen der Star Wars Rebels. Ja, der Stil ist glatter und farbiger, die Animationen etwas flippiger und vielleicht hektischer als noch bei den Clone Wars, aber: Die Mimiken und Gestiken sind grandios und die Proportionen der Charaktere stimmen. Man hat nie das Gefühl, vor Niedlichkeit im Sessel zu zerfließen, es gibt keine zu großen Köpfe oder viel zu große Augen.

Und auch wenn die neue Serie glatter ist, fühlt es sich dennoch wie Star Wars an. Denn irgendwie wirkt doch alles ein wenig dreckig, ein wenig zerbeult und benutzt – so wie wir Star Wars in den Episoden IV-VI kennengelernt haben. Und die Lichtschwerter sehen toll aus, man hatte sich schließlich an den Lichtschwertern der alten Trilogie orientiert.

Und mir persönlich sagt die Optik der Rebels einfach mehr zu, als die der Clone Wars. Ja, die Serie wurde später düsterer als sie noch zu Beginn war, aber ehrlich: muss ein Star Wars Serie wirklich düster sein, um angesehen zu werden, um von den Fans akzeptiert zu werden? Warum darf das Star Wars Universum nicht mal etwas farbenfroher und glatter sein?

Was mich schon immer an den Figuren der Clone Wars störte, war der doch recht kantige Stil und die arg markanten Züge aller Charaktere. Irgendwie hab ich auf Anhieb mehr Sympathie den Rebels gegenüber als ich je den Clone Wars entgegenbringen konnte. Besonders Ahsoka wirkte auf mich immer äußerst unproportioniert, ein viel zu großer Kopf, der einfach nicht so recht zum Rest des Körpers passen wollte.

Ein großes Manko gäbe es allerdings, welches ich nicht auslassen möchte: Was zum Geier habt ihr euch bei den Wookiees gedacht? Die einst so zotteligen Wesen sehen aus, als hätten sie am Morgen ein Bad aus Haarwachs genommen, um sich anschließend mit Fett das Fell glattzustreichen. Die sind euch wirklich nicht gut gelungen, da blutet mir als Wookiee-Fan doch arg das Herz. Da hoffe ich auf Besserung, meine Herren Kinberg und Filoni! Bitte!

Große Augen, irgendwie glatt und…dumm kommen die Wookiees daher

Fazit

Ja, die Star Wars Rebels haben mich begeistert und mich dazu gebracht, (fast) alle Zweifel ad acta zu legen und mit einem guten Gefühl aus dem Kino zu gehen und in die Serie zu starten.

Auch wenn die Geschichte in 45 Minuten einfach viel zu kurz kam, waren da doch so viele epische Momente, die mir eine wohlige Gänsehaut unterjubelten. Die Musik ist toll, die Synchronsprecher sind oberste Klasse und absolut stimmig, der Humor ist grandios gut und meist nicht zu viel. Lediglich bei den einen oder anderen Charakteren müssen Filoni und Co. aufpassen, dass sie nicht ins Lächerliche abschweifen, um nach wie vor ernst genommen zu werden.

Meine Szene mit dem größten Gänsehautmoment: Kanan taucht mit gezogenem Lichtschwert auf der Ghost auf und rettet Ezra als auch das Wookiee-Baby.

Ich bin also fest der Ansicht, dass auch die größten, ärgsten und kritischsten Fans der Clone Wars den Star Wars Rebels trotz des doch recht Disney-ähnlichen Looks eine Chance geben sollten, denn es lohnt sich allemal! Star Wars Rebels könnte ein würdiger Nachfolger werden, wenn alle ihre Herzen für ein schön animiertes, farbiges und humorvolles Star Wars öffnen. Wenn nun noch die Geschichten kommen, die die Macher der Rebels uns versprochen haben, steht dem Erfolg nichts mehr im Wege – sowohl bei den Kids, als auch bei den Erwachsenen. Da bin ich mir sicher.

Und das ist Toms erster Eindruck »

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