Knights of the Fallen Empire Ausblick: Eine Galaxie im Umbruch

'Oh, bitte, nicht noch ein belangloses SWTOR-Addon!' – Ihr glaubt, BioWare kann euch mit Knights of the Fallen Empire nichts Neues bieten? Ihr glaubt, mit KotFE bleibt alles wie gehabt? FALSCH! Die Galaxie ist im Umbruch. Und das gewaltig.

Wenn wir die Zeit einige Monate zurückdrehen, kommen wir nicht umhin, uns daran zu erinnern, wie der Entwickler uns versprach, wir würden ein großartiges Star Wars-Jahr erleben. Klar, als ob wir das nicht wüssten: Immerhin startet Episode 7 in nicht einmal mehr 2 Monaten in den Kinos unserer Galaxis. Ach so, BioWare, ihr meintet in SWTOR? Ach, kommt schon. Wird doch eh nichts.

Und wie das was wird. Wahrhaftig.

Wir müssen leider draußen bleiben

Mehr als eine handvoll Glückliche können bereits via Early Access seit dem 20. Oktober in Fallen Empire reinschnuppern, während andere aktuell noch in die Röhre schauen. Abonnenten, die durchgängig seit August Kunden in der Galaxie weit, weit entfernt waren, können Imperator Valkorion also bereits in seinen machtsensitiven Hintern treten, während viele andere noch draußen warten und vielleicht nur einen Blick "durchs Schaufenster" erhaschen dürfen. Das Privileg des fleißig zahlenden Abonnenten. Endlich.

Aber keine Sorge, das Warten lohnt sich. Wirklich! BioWare hat mit KotFE etwas geschaffen, was wir für unmöglich hielten. Eine Erweiterung, die uns überrascht, verblüfft, mitreißt und schockt.

Und damit dem mitunter dröge gewordenen SWTOR einen völlig neuen Stempel aufdrückt.

Fallen Empire: Eine Galaxie so schön wie nie!

Man mag es kaum glauben, aber hier hat BioWare ordentlich zugelegt. Während wir auf den Kernwelten über zum Teil noch sehr lieblose Texturen stolpern, hat der Entwickler aus Austin schon mit dem Ende von Shadow of Revan ordentlich zugelegt. Ziost war bereits ein Augenschmaus, es gab viel mehr Details zu begutachten. Doch jetzt ist Fallen Empire an der Reihe!

Was uns da geboten wird, ist wirklich sexy. Wenn wir in die Gesichter unserer Feinde Valkorion und seinem missratenen Sohn Arcann blicken, sehen wir keine ausdruckslosen Augen, keine gleichgültigen und verschwommen Mimiken mehr. Das, was wir dort sehen, sind geballter Hass, Schmerz der vergangenen Zeiten und der Wunsch nach Rache allererster Güte. So viele Emotionen gab es in SWTOR noch nie.

SWTOR Knights of the Fallen Empire: Arcann
Ein Gesicht zerfressen von falschen Entscheidungen, Hass und dem Wunsch nach Rache. Arcann der Dunkle Prinz ist optisch mehr als nur gelungen.

Aber nicht nur die neuen Charaktere, denen wir auf unserer Reise als Fremdling begegnen, haben uns umgehauen. Auch die Umgebung, die neuen Welten, das Artdesign, diese Liebe zum Detail… BioWare legt einfach viel mehr Wert darauf, uns in eine noch nie gesehene Galaxie zu entführen. Während wir früher eher vorgefertigte Orte, gehüllt in unterschiedlichen Mänteln der Optik, bereisten, sieht in KotFE irgendwie nichts aus wie damals. Nie hatten wir das Gefühl "Hey, das haben wir doch so schon einmal auf Planet XY gesehen!" Alles wirkt einzigartiger, individueller, schicker. Star Wars-iger.

Aufgefallen war dies schon während der zahlreichen Pressevents vor dem Release, als wir bereits erste Szenen der Erweiterungen begutachten durften. Damals wurden grafische Verbesserungen noch vehement verneint, als hätten mich meine müden Augen nur vorgeführt. I see what you did there, BioWare!

Eene meene muh und raus bist du!

Unsere Gefährten ahnen es vielleicht noch nicht, aber sie sollten sich auf jeden Fall warm anziehen. Mit der neuen Erweiterung krempelt BioWare das Gefährten-System vollkommen um. Nicht nur, dass endlich (!) die Modifizierungen der Ausrüstung unserer Gefährten wegfallen und wir darüber eine Menge Credits, Zeit und Nerven sparen (Keine Sorge, eure Gefährten sind nun nicht in Omas und Opas Feinripp unterwegs, sondern tragen ihre Klamotten lediglich als nicht modifizierbare Skins). Nein, auch die typischen Rollen, in welche unsere Begleiter bisher durch die Klassenstories gepresst wurden, fallen weg.

Das bedeutet, ihr könnt von nun an jeden Gefährten mit auf Reisen nehmen, den ihr wollt (und andere dafür im Keller eures Schiffes vermodern lassen). Mit Fallen Empire gibt es standardmäßig drei Rollen, die jeder eurer Gefährten einnehmen kann: Tank, Damage Dealer oder Heiler. Per Klick könnt ihr, je nach Situation, euren Compagnons eine neue Rolle zuweisen. Eine wirklich grandiose Idee, wenn man an die Vergangenheit denkt und auch daran, dass man oft weniger geschätzte Gefährten mit auf Reisen nehmen musste, weil die gegebene Situation es erforderte. Ihre Fähigkeiten, die früher über Mods, Verbesserungen und ähnliches verbessert wurden, werden jetzt durch euch, euer Level und eure Ausrüstung supportet.

SWTOR Knights of the Fallen Empire: Gefährtentod
Wer muss leiden und wer sterben? Welche Konsequenzen haben unsere Entscheidungen?

Aktuell wirken die Gefährten noch sehr, sehr stark in den Kämpfen. Das fällt besonders auf, wenn euch diese als Heilunterstützung begleiten. Wir hoffen aber, dass BioWare hier nicht auf die Idee kommt, diese um Längen zu nerfen, da sie momentan einfach die Helden sein können, die sie schon immer – neben uns natürlich – sein sollten! Bitte, BioWare, lasst die Jungs (und Mädels) so wie sie sind!

Starke Helden, große Heiler, mehr Abwechslung: Zudem werdet ihr eine Reihe neuer Gefährten gewinnen und womöglich auch wieder verlieren. Hier gibt es keine Ausnahmen, auch eure bisherigen Gefährten könnten bald zum alten Eisen gehören und möglicherweise auch sterben. Nettes Detail: Über Missionen könnt ihr sogar Gefährten anderer Klassen anheuern und in euer Team aufnehmen. Das gestaltet sich ein wenig tricky, da es hier nicht nur darum geht, einfache Missionen nach dem 0815-Schema zu erledigen, sondern sich auch für die Gunst derer auch mit Weltbossen oder im PvP mit anderen Spielern anzulegen.

Eure Credits, die ihr nun aufgrund fehlender Modifikationen gespart habt, könnt ihr übrigens nun in Gefährtengeschenke investieren, um die Einflussstufe zu steigern. Das wird dann auch ein wenig teurer, da ihr eine ganze Menge mehr "Bälger" am Rockzipfel zu hängen habt und diese bis Stufe 50 "heraufschenken" könnt. Als Geschenk erhaltet ihr wiederum nach und nach stärkere Gefährten, was sich auch auf die Effizienz eurer Crew-Gefährten-Missionen (Handwerk) niederschlägt.

Die Story: Und es hat BOOM! gemacht

Doch das, was wirklich das Prunkstück von Fallen Empire darstellt, ist… wie sollte es anders sein, wie MUSS es anders sein: Die Story.

Wir waren zunächst ein wenig skeptisch, als BioWare uns eine Menge alderaanischen Nektar um unsere Münder schmierte und behauptete, mit KotFE werde sich alles ändern. “Eure Entscheidungen werden das Schicksal der Galaxie bestimmen, ihr werdet überraschend wichtige Wegbegleiter und Hauptfiguren verlieren. Auch welche, die ihr liebgewonnen habt.”

Wirklich, BioWare? Ich kenne euch doch. Zu gut!

Und doch nicht gut genug. Denn das, was man allein in den ersten Kapiteln zu sehen und zu spüren bekommt, sorgt nicht nur dafür, dass einem die Ohren schlackern, sondern auch, dass die eigene Kinnlade des Öfteren beinahe mit dem Schreibtisch kollidiert.

Der Plot, den BioWare uns mit den ersten 9 von 16 Kapiteln mit dem Start der Erweiterung bietet, ist schlichtweg eines: Genial! Noch nie habe ich solch eine tiefe Story, so viele WTF-Momente, so viele Überraschungen & Schockmomente und 180-Grad-Drehungen in einem MMORPG erlebt.

Ihr MÜSST schwerwiegende Entscheidungen treffen. Und wir reden hier nicht von den typischen “Kaffee mit Milch oder Zucker?”-Entscheidungen, wie wir sie bisher kannten. Jetzt wird an euer Gewissen appelliert. "Werfe ich meine Prinzipien über Bord? Nehme ich den Tod von Unschuldigen für die Rettung eines liebgewonnenen Charakters in Kauf? Gebe ich mich der dunklen Kaffee-Seite hin, um im Endeffekt doch helle Milch mit Zucker zu erreichen?"

SWTOR Knights of the Fallen Empire: Valkorion
Willigt ihr ein oder bleibt ihr STANDhaft?

Soll heißen: Eure Entscheidungen haben wirklich Konsequenzen. Es gibt nicht mehr nur die helle oder die dunkle Seite, gut oder böse, weiß oder schwarz. Mit Fallen Empire wurden viele, viele unterschiedliche Grautöne der bisher recht drögen zweifarbigen S/W-Palette hinzugefügt.

Ihr werdet mit euren Entscheidungen leben müssen, ihr werdet daran zu knabbern haben und mitunter auch einige Minuten vor einer Entscheidung sitzen, mögliche Konsequenzen abwägen, bevor ihr die für euch “richtigen” Knöpfe drückt.

Und so haben wir eines schon klar vor Augen: Die Story von KotFE kann, nein, sie muss sogar mehrmals gespielt werden, um die Tragweite unserer bisherigen Entscheidungen sehen und fühlen zu können. “Was wäre bloß passiert, hätte ich mich anders entschieden?” – Ein Spielmuster, welches wir schon bei Telltale gesehen haben.

BioWare gelangt also wieder zu alter und neuer Stärke. Zum ersten Mal zeigen sie das, was sie richtig, richtig gut können und eigentlich nicht verlernt haben, was aber bisher in SWTOR irgendwie gefehlt hat.

Nicht, dass die Storyelemente in Star Wars: The Old Republic vorher schlecht gewesen wären, aber das, was BioWare uns mit Fallen Empire da plötzlich auftischt, habe ich zuvor noch nie in einem MMORPG gesehen. Endlich kosten sie das Potenzial, das SWTOR immer schon hatte, voll aus.

Das Potenzial ausnutzen ist aber auch das, was uns zu dem bisher einzigen Kritikpunkt von Knights of the Fallen Empire gelangen lässt.

Für BioWare mach ichs Solo!

Han SoloDer Singleplayer. Ein Wort, welches eigentlich nicht mit einem MMORPG kompatibel zu sein scheint. Und doch geht es irgendwie. Man muss nur schauen wie lang.

Denn die 9 Kapitel, die wir mit dem Start von Fallen Empire erhalten haben, spielen wir fast ausschließlich im Singleplayer-Mode. Und das ist eigentlich auch gut so, denn bei diesem Plot möchte ich ehrlich nicht, dass andere in meine Entscheidungen hineinpfuschen.

Nur ab und an, an bestimmten Orten, treffen wir auf andere Spieler. Geschätzte 95% der Kapitel spielen wir also allein – bis wir am Ende des 8. Kapitels auf das neue Social Hub treffen, unsere “neue Flotte”. Hier tummeln sich Republikaner und Imperiale, alles ganz neutral versteht sich. Immerhin müssen wir gemeinsam eine neue Allianz gegen das Ewige Imperium Zakuul und die Ewige Flotte aufbauen.

Und diese bauen wir mittels täglichen Aufgaben auf, die wir erledigen, wo wir wieder beim “alten” SWTOR angelangt wären. Aber ein MMORPG kann natürlich nicht vom Singleplayer leben. Eine Weile mag das vielleicht gehen, aber spätestens, wenn wir mit unseren zahlreichen Twinks die Story x-mal durchgespielt und x-andere Entscheidungen gefällt haben, könnte es trübe in der Galaxie weit, weit entfernt werden.

Hier gehts zum Fazit

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